Die WKStA verfolgt Alfred Gusenbauer wegen des Verdachts der Untreue. Die politische Untreue gegen seine eigene Partei wird von der SPÖ noch immer nicht verfolgt.
Als Andreas Babler die Führung der SPÖ übernahm, bekam er einen guten Rat: Schau, dass du Gusenbauer loswirst. Mit ihm als Altlast schaffst du keinen Neuanfang. Diese Chance hat Babler verpasst. Bis heute weiß er nicht, wie er den Gusenbauer-Mühlstein um den eigenen Hals loswird.
Ich kenne Alfred Gusenbauer seit Jahrzehnten, nicht gut, aber ausreichend. Drei Eigenschaften zeichneten ihn aus: großes taktisches Geschick, das Talent zum Reden und Überheblichkeit. Für viele war er ein Besserwisser und kein Besserkönner.
Sein Leben lang war Gusenbauer gierig, zuerst nach Macht, dann nach Geld. Benkos SIGNA war nicht die erste Gusenbauer-Affäre, die durchleuchtet wurde. Als sich der Eurofighter-Untersuchungsausschuss den Darabos-Vergleich vornahm, stieß er schnell auf den Mann dahinter: Bundeskanzler Gusenbauer.
Die Eurofighter-Verstrickung des Ex-Sozialfighters hatte noch keine Folgen. Gusenbauer verlor sein Amt, weil schon im ersten Jahr jeder in der SPÖ wusste, dass er Kanzler einfach nicht konnte.
Benkofighter
Gusenbauers politisches Geschäft war damit am Ende. Dann kam Benko und mit ihm ein Geschäft nach dem Geschmack des Ex-Kanzlers: ein bisserl beraten, ein bisserl mitreden, ein bisserl sitzen und ordentlich kassieren.
Die WKStA wirft ihm jetzt wirtschaftliche Untreue vor. Aber wo bleiben die Verfahren der Partei, der er politisch mehr als untreu war? Kann sich jemand in der SPÖ vorstellen, dass ihr Ex-Vorsitzender auf der Anklagebank die Viktor Adler-Plakette trägt?
Hätte Babler gleich gehandelt, wäre er der neue Besen, der endlich kehrt, gewesen. Jetzt kann er wenigstens zeigen, dass er die Altlast „Gusenbauer“ saniert.
Titelbild: Christoph Glanz, APA-Images / APA / GEORG HOCHMUTH, ZackZack


