Montag, März 30, 2026

ZackZack tickert live aus dem Wöginger-Prozess: Ticker-Verbot aufgehoben

Die ZackZack-Redaktion tickerte am 27. März 2026 mit Peter Pilz aus dem Landesgericht Linz zum Fall August Wöginger. Nachdem ZackZack, Der Standard und APA trotz Ticker-Verbot vom Beginn des Prozesstags wieder tickerten, hob die Richterin ihr Ticker-Verbot überraschend auf.
18:00

Die Befragung geht nach einer Pause noch weiter

Aber ZackZack beendet den Ticker für heute. Danke fürs Mitverfolgen und bis zum nächsten Mal. Im Wöginger-Prozess geht’s am 21. April weiter

17:44

Keine Nachfrage nach Intervention

Dass Thomas Schmid auf B.s Bauchweh-Nachricht schrieb “Mein Held” und er antwortet “man tut was man kann” sei P. keine Nachfrage wert gewesen was das denn bedeute

17:33

In der Ausschreibung zur Stelle war eine Vollzeitbeschäftigung gefordert

Aber L. konnte anfänglich nur Teilzeit arbeiten. Habe das in der Bewertung des Bürgermeisters eine Rolle gespielt?

P. verneint das.

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17:29

Hatte L. Führungserfahrung?

Man habe da seine Bürgermeisterfunktion einfließen lassen, gibt P. bekannt.

Und wie konnten Sie beurteilen, dass L. als Bürgermeister erfolgreich im Führungsstil war?

Das kann P. nicht  genau beantworten. Sie spricht aber von einem Kindergartenprojekt in L.s Gemeinde.

 

17:06

Zwei Bewerberinnen fanden Befragung von Manhal ungewöhnlich

Aber P. sagt dazu: “Jede Bewerberin reagiert anders”.

17:01

Hat Manhal Scharf so befragt wie alle anderen?

Fragt die Richterin. P. sagt: “Ja”, fügt aber hinzu, dass er eine tiefe Stimme und einen autoritären Führungsstil habe. Das könne einschüchtern wenn man nervös ist.

 

Zwei Zeuginnen gaben allerdings an, dass Manhal bei Scharf “sehr forsch” befragt habe. Eine der Zeuginnen gab sogar an, sie hätte die Bewerbung bei so einer Befragung sogar zurückgezogen.

 

 

16:52

Die Kommissionsmitglieder stellen Fragen an die BewerberInnen

Und die Beantwortung dieser Fragen fließt in die Beurteilung ein, sagte P. Jede BewerberIn hatte im konkreten Bewerbungsverfahren die selbe Frage bekommen, nämlich zum Thema “Telefonie”. Diese war ja im fraglichen Finanzamt ein Problem, da das Amt kaum erreichbar war.

16:44

Es geht stark um die Eindrücke der einzelnen BewerberInnen

Denn dieser sei entscheidend bei der Beurteilung durch die Kommission.

Scharfs Auftritt sei ihr Erinnerung geblieben, weil diese so nervös gewirkt habe, wiederholt P.

Hier hakt die Richterin jetzt ein: Warum hat sie Bürgermeister L. dann nicht besser bewertet als Scharf in punkto Präsentation? Beide haben nämlich 3 von 4 Punkten von P. erhalten. Dazu kann P. nichts Konkretes sagen.

16:40

"Sehr nervös, sehr fahrig, sehr unsicher"

sei Bewerberin Scharf gewesen, sagt P. Das könne sie auch verstehen, da man sich auf eine Hearingsituation erst einstellen müsse.

16:37

P. hatte nicht L. am besten bewertet, sondern zwei andere Bewerber

Trotzdem ist L. dann als neuer Vorstand ausgewählt worden.

16:34

P. hatte sich erwartet, dass Scharf einen Bewerbungsvorteil gehabt hätte

Aber laut Darstellung von P. habe Scharf diesen Vorteil nicht genutzt, indem sie wenige konkrete Verbesserungsvorschläge vorgebracht hätte. “Die Möglichkeit hätte bestanden zu punkten, mit einer Ist-Analyse und einem Soll-Weg.” Das ist aber nicht passiert.

In ihrer ursächlichen Präsentation sei davon nichts gekommen.

16:24

Die Richterin hält P. vor, dass Erfahrung ein ganz zentraler Bestandteil der Richtlinie ist

Hat P. ihre Bewertung also aufgrund der Berufserfahrung (wo Scharf besser war als L.) oder aufgrund des Auftretens beim Hearing bewertet? Das will die Richterin wissen.

P. sagt, dass sowohl die Bewerbungsunterlagen eine Rolle spielen, aber wichtiger sei wohl das Auftreten im Hearing. Zentral sei “immer das Gesamtbild”.

Einen Hintergrund darf man dabei nicht verschweigen: Manhal wird von einer Zeugin vorgeworfen, sich im Hearing gegenüber ÖVP-Bürgermeister L. freundlicher verhalten zu haben als in der Hearingsituation mit Scharf. Dieser bestreitet das. Laut Manhal war das Auftreten von Scharf im Hearing “ein Desaster”.

16:19

Nach welchen Kriterien wurde die Eignung der KandidatInnen bewertet?

P. verweist auf die Richtlinien des BMF. Sie kann aber nicht sagen, ob das eine Pflicht- oder eine Kannbestimmung ist, denn die Vorauswahl trifft die Personalabteilung, mit der sie nichts zu tun hat.

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16:05

Kleine Pause

Aber gleich geht’s weiter. Die Befragung von P. ist noch nicht abgeschlossen. Als damals ranghohe christliche Gewerkschafterin und Mitglied der Begutachtungskommission im Fall L./Scharf hat sie zahlreiche unmittelbare Wahrnehmungen zum Bewerbungsprozess. P. hatte ÖVP-Bürgermeister L. höher bewertet als die unterlegene Bewerberin Christa Scharf.

15:57

Wöginger scheint mit der Befragung von Zeugin P. bisher zufrieden

denn er wendet sich gut aufgelegt an seine heutigen Begleitpersonen.

15:53

Die Hearingkommission trifft immer Vorbesprechungen

um Kalküle und Parameter festzulegen. Vor der Vorbesprechung gab es aber keine Zusammenkunft, so P.

15:49

"Wenn die Frau die Beste ist, muss sie genommen werden"

sagt P. zum Thema Frauenquote bei einer Bestellung im Finanzamt.
Was als “Beste” gilt, ist allerdings nicht ganz klar. Es zählt die Bepunktung aus dem Beurteilungsbogen einerseits, wichtiger ist aber der Gesamteindruck, sagt P. sinngemäß.

15:47

Das Gutachten der Begutachtungskommission

ist ausschlagebend für die Bestellung zu einem Posten. Aber die Letztentscheidung liegt beim BMF, sagt P.
Sie habe von Fällen gehört, in denen das BMF der Empfehlung der Begutachtungskommission nicht folgen wollte.

15:45

"Es wird immer gesprochen"

sagt P. dazu, dass es Gerüchte darüber gab, dass L. zum Leiter des FA Braunau/Schärding/Ried bestellt werden sollte.

Teilweise, so stellt es P. dar, werden diese Gerüchte auch von den Bewerbern selbst gestreut.

15:26

P. war in zahlreichen Begutachtungskommissionen

gemeinsam mit den beiden Angeklagten Manhal und B. Sie kennt auch August Wöginger “weil sie österreichische Staatsbürgerin ist”, wie P. sagt. Wöginger hat vor P.s Befragung in einem kurzen Statement extra bekanntgegeben, dass er P. doch kennt. (Weil er bei einer früheren Gelegenheit sagte, dass er sie nicht kenne) P. sagt dann auch, dass sie Wöginger auch bei einigen Treffen gesehen hätte. Die Zeugin ist in der ÖVP Oberösterreich aktiv.

Vor dem Gerichtssaal hatte sie nach Darstellung von Wöginger gerade “Hallo Gust” zu ihm gesagt.

15:20

Die nächste Zeugin, Finanzbeamte P. ist da

Ihre Ladung war mit Spannung erwartet worden. Denn P. war eine der beiden Dienstnehmervertreterinnen in der Begutachtungskommission zur Bestellung des Finanzamtsvorstands bei Braunau/Schärding/Ried, bei der Bürgermeister L. als Sieger hervorging.

Sie ist in der Fraktion Christlicher Gewerschafter und war ursprünglich auch Beschuldigte. Die Ermittlungen gegen sie wurden aber eingestellt, da bei ihr kein Handeln mit Schädigungsvorsatz nachzuweisen war.

15:15

15 Minuten Diskussion über die Ladung von Zeugen

Die Verteidiger beklagen, dass das Gericht die meisten ZeugInnen aus der Anklageschrift der WKStA befragt hat, die WKStA jetzt aber die Zeugin L. als Zeugin ablehnt.

Die WKStA bestreitet, dass Zeugin L. etwas Relevantes zu sagen hätte. Woraufhin die Verteidigung entgegnet: “Wir haben genug Zeugen zu Gerüchten gehört.”

Die Richterin sagt zur Verteidigung darauf: “Sie hätten ja Einspruch gegen die Ladung der Zeugen einlegen können”.

Die Verteidigung rudert ein wenig zurück: Man wollte die Äußerung nicht als Kritik am Gericht verstanden wissen, so Rohregger.

15:01

Es geht weiter

Zu Beginn der Wiederaufnahme will Wögingers Verteidiger Rohregger auf die Ladung zweier ZeugInnen verzichten, die er am Morgen noch laden wollte. Jetzt wollte vor allem Zeugin L. laden.

Die Staatsanwaltschaft, in dem Fall die WKStA, lehnt die Ladung allerdings ab. Zeugin L. hätte keine Wahrnehmung zum Gegenstand der Verhandlung, so das Argument des Oberstaatsanwaltes.

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13:50

Eine Stunde Pause

Dann geht es weiter mit den letzten Zeugen

13:48

P. hat gute Meinung von Wöginger

Er kennt ihn persönlich durch die Arbeit in der Gewerkschaft. Obwohl sie verschiedenen Parteien angehören, sei P. immer sehr “verlässlich und engagiert” gewesen.

13:44

Auch P. hat Gerüchte gehört, dass L. den Posten erhalten soll

Er habe sich dann bestätigt gefühlt, dass die Gerüchte gestimmt haben

13:26

"Früher war das Usus"

Heute ist man da aber sensibler, sagt P. zur Thematik, dass Politiker Lebensläufe von Parteigängern an bestimmte Stellen schicken.

Hintergrund: Wöginger schickte die Bewerbungsunterlagen von L. an Generalsekretär Thomas Schmid im Finanzministerium

13:22

"Des möcht ich hier lieber nicht formulieren"

Sagt P. zur Frage zu dessen Reaktion zu den aufgetauchten Chats zwischen Schmid und Wöginger. Das werfe natürlich ein sehr schlechtes Bild auf die Finanzverwaltung.

13:12

L. war ein "netter Kerl"

Er “hat halt das Fachliche den Fachaufsichten überlassen”. Insgesamt hat er die Führung von L. nur kurz mitbekommen und habe keine Probleme mit ihm gehabt.

13:10

"Wir wollten natürlich schon lieber wen den wir kennen"

Sagt P. zur Bestellung von L. Dieser war auf der Dienststelle “unbekannt”.

12:56

Nächster Zeuge P. war Teamleiter in Schärding

Ihre interimistische Leitung des Finanzsamts sieht P. neutral. Er habe jedenfalls gewusst, dass Scharf sich für die Stelle als Leiterin beworben hatte.

12:44

Zuspruch und fachliche Eignung von Scharf höher

K. konkretisiert auf Nachfrage des Gerichts, warum Scharf besser für den Posten geeignet war als L. Vor allem die fachliche Leitung sei bei ihr besser gewesen als bei L., insbesondere wenn man Fragen hatte, sagt der Zeuge.

12:37

Führung Scharfs besser

K. fand es verwunderlich, dass Scharf den Posten nicht bekommen hatte. L.s Leitung des FA bezeichnet K. als “In Ordnung”. Dr. Scharf habe das FA aber besser geführt, gibt K. an.

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12:31

Gerüchte vor dem Hearing

Bereits vor dem Hearing im Zuge des Bewerbungsverfahrens für die Leitung des FA Braunau/Schärding/Ried gab es K. zufolge Gerüchte, dass L. den Posten bekommen würde. Damit im Zusammenhang stand laut den Gerüchten, dass die Bewerbung von L. in Freistadt “nicht gefruchtet” hatte.

Von wem er diese Gerüchte gehört hatte, präzisierte K. nicht. “Es ist gemunkelt worden, dass es schon wen gibt”, so der Zeuge.

12:22

Zeuge K. ist an der Reihe

Er ist, wie die meisten Zeugen, pensionierter Finanzbeamter. Er war Teamleiter in der Arbeitnehmerveranlagung im Finanzamt Schärding. Den Erstangeklagten Mahnal kannte er, nicht zuletzt als Vorgesetzten. Das dienstliche Verhältnis war gegenseitig “ein gutes”. Mit Mahnal habe er über das Strafverfahren gesprochen. Inhalt des Gesprächs war das persönliche Befinden.

K. ist SPÖ-Mitglied und bei der Fraktion sozialistischer Gewerkschafter. Christa Scharf, die unterlegene Bewerberin, erlebte er als eine gute, hilfsbereite Leiterin des FA Schärding, solange sie diese Rolle interimistisch innehatte.

12:20

"Ich wäre nicht zum Herrn Wöginger gegangen"

sagt B. auf die Frage, ob er Wöginger um Unterstützung gebeten hätte, wenn er sich innerhalb des Finanzamtes wo beworben hätte. Bei ihm, der keiner Partei angehört, habe parteipolitische Färbung bei seiner Laufbahn nie eine Rolle gespielt.

12:11

"Hat es Probleme am Finanzamt gegeben?"

Fragt die Richterin und weist auf das bekannte Problem mit der Telefonie des FA hin. Zeuge B. bestätigt das Problem, dass das FA Schärding/Braunau/Ried telefonisch nicht gut erreichbar war.

12:07

L. sollte FA Schärding/Braunau bekommen, weil er Freistadt nicht bekommen hat

das hat er in seiner Einvernahme angegeben. Er habe entsprechende Gerüchte gehört. Konkrete Wahrnehmungen habe er aber nicht. Er gehe davon aus, dass das Personalvertreter waren, die dieses Gerücht gestreut hatten.

12:02

Nächster Zeuge B. spricht über Scharf

Er habe sie beim Finanzamt Schärding als interimistische Leiterin erlebt und sei “sehr zufrieden mit ihr” gewesen.

Als Führungskraft hat sie die Aufgabe „sehr gut erfüllt“. Ihr Auftreten war für B. „wie ich es erwartet habe und hat bei entsprechenden Sachen geholfen“.

12:00 - Peter Pilz

Verbot bewirbt Live Ticker

Der ehemalige Betriebsprüfer schildert gerade als Zeuge: “Ich habe heute 2 Minuten Live-Ticker gelesen, weil ich durch die Medien davon erfahren habe.” 

Mit ihrem Verbot hat die Richterin das Gegenteil erreicht: Mehr Zeugen als zuvor lesen jetzt Live-Ticker.

11:56 - Peter Pilz

Beleidigung und Liveticker

Mittwoch um 8 Uhr früh habe ich beim Wiener Verfassungsschutz als Beschuldigter ausgesagt, weil ich die Staatsanwaltschaft Krems „Schlafanwaltschaft“ genannt habe.

Gleich danach hat mich mein Anwalt Johannes Zink auf die Seite genommen: „Du musst was machen gegen das Tickerverbot in Linz! Das könnt ihr nicht hinnehmen.“

Mit Verfassungs-Experten Univ.Prof. Heinz Mayer habe ich die Argumente für Linz vorbereitet und bin dann losgefahren.

Jetzt bin ich froh, dass wir das getan haben – und dass es überraschend einfach war.

11:52

Staatsanwaltschaft konfrontiert D. mit Aussage bei Einvernahme

Damals habe er sehr wohl parteipolitische Einflussnahme erwähnt. Und zwar müsse man sich nur die Zusammensetzung der Kommissionen anschauen, so D. damals in seiner Aussage, die ihm der Staatsanwalt vorhält.

Der Zeuge weiß nicht recht, was er dazu sagen soll. Es bleibt bei einer Feststellung des Staatsanwaltes, der wie die Anwälte der Konfliktparteien keine weiteren Fragen mehr hat.

11:44

Einflussnahme aus dem Finanzministerium

„Einflussnahme hats immer geben“ sagt D. „Aber nicht parteipolitisch“, fügt er hinzu. Die Hintergründe habe er nie so genau verstanden, vielleicht spielten persönliche Gründe eine Rolle, mutmaßt D.

Das Gericht fragt nach: “Wie können Sie das außeinanderhalten, ob etwas parteipolitisch ist oder nicht?” D. will sich auf den einen Fall beschränken, auf den er sich in seiner Wahrnehmung bezieht, da ging es um die Ausschreibung der Stelle zur Leitung der Großbetriebsprüfung (GBP).

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11:25

Kleiner Exkurs über die "Telefonie" in Finanzämtern

Da “hängt man in einer unendlichen Warteschleife”, so Zeuge D. “Drücken Sie 1, 2, 3, das ist ja überall das Gleiche, auch bei uns”.

11:17

Bei seiner Einvernahme 2023 habe sich D. gewundert

dass Scharf bei der Besetzung des Vorstandsposten des FA Braunau nicht zum Zug gekommen sei. Denn sie war nicht nur fachlich, sondern auch als Stellvertreterin des FA geeignet gewesen, so D. sinngemäß.

11:14

Laut D. war L. "fachlich nicht das Gelbe vom Ei"

Die Frage, ob er überrascht von dessen Bestellung war, sei für D. aber schwierig zu beantworten. Wichtiger als fachliche Qualifikationen sei für D. jedenfalls die Sozialkompetenz bei der Führung eines Finanzamtes.

11:09

D. war 2015 selbst bei der ÖVP

Zu den Bestellungen bei den Finanzämtern Freistadt und Braunau habe D. keine konkreten Wahrnehmungen.

Er hatte L. selbst in die Finanz aufgenommen. Dieser habe sich von Polizei beworben für die Größbetriebsprüfung. Da habe er sich gedacht “der passt gut rein, dessen Kontakte können wir gut nutzen”.

11:02

Manhal brachte Parteieinfluss ins Spiel

sagt D. Das habe er über Gespräche wahrgenommen, die Manhal mit anderen geführt hatte.

10:56

Nächster Zeuge D. ist an der Reihe

Er war Beamter im Finanzministerium und hat bereits 2023 im Zuge der Ermittlungen ausgesagt.

“War das richtig, was Sie da damals gesagt haben”, fragt die Richterin.

“Na das nehme ich an”, sagt D. Auf jeden Fall bleibe er bei seinen damaligen Angaben.

Er kenne Manhal jedenfalls dienstlich. Er war bis 2015 Vorstand vom Finanzamt Freistadt/Rohrbach. D. beschreibt Manhal als “sehr stark politisch ausgerichtet” und meint damit dessen Nähe zur ÖVP. Das war “im Haus natürlich sehr bekannt, dass er seine Beziehungen natürlich immer wieder repliziert hat”.

10:53

L. sei "ein Blender"

habe N. “irgendwann vor 2008” gehört.

In dem Prozess geht es vor allem darum, wie ÖVP-Bürgermeister die Leitung des FA Braunau übernehmen konnte, obwohl er über weniger Erfahrung verfügte, als Bewerberin Christa Scharf.

10:49

Mit Zweitangeklagtem B. in einigen Kommissionen

Unter anderem bei einer Kommission rund um eine Besetzung am Amt für Betrugsbekämpfung. Dort sei ein ihrer Wahrnehmung nach von den Dienststellenvertretern und dem Vorsitzenden “gewünschter” Kandidat, der nicht über die richtige Erfahrung verfügte, nicht zum Zug gekommen.

10:46 - Peter Pilz

ERFOLG FÜR PRESSEFREIT UND ZACKZACK

Für uns war es eine einfache Entscheidung. Als wir erfuhren, dass sich andere Redaktionen an das Live-Ticker-Verbot im Wöginger-Prozess halten wollen, habe ich beschlossen, selbst nach Linz zu fahren und zu tickern.

Die Richterin hatte zwei Möglichkeiten: mir das Tickern verbieten oder ihr Verbot für den gesamten Prozess zurückzunehmen.

Sie hat gewusst, dass ich ihren Beschluss rechtlich bekämpft hätte und dazu noch eine Prüfung durch die Generalprokuratur angeregt hätte. So haben wir schon die Wöginger-Diversion gekippt.

Seit gestern Nachmittag war klar, dass sich auch der Standard unserer Aktion anschließen würde. Auch die APA war heute früh wieder dabei.

Die Richterin hat die Verhandlung mit 20 Minuten Verspätung eröffnet und gleich zu Beginn erklärt, dass sie das generelle Ticker-Verbot aufgibt. Das war klug, weil sie verstanden hat, dass sie wie bei der Diversion nur noch verlieren konnte.

ZackZack hat wesentlich beigetragen, dass zuerst die Diversion und jetzt die Ticker-Zensur gefallen ist. Das sind zwei schöne Erfolge, für die Pressefreiheit und den Rechtsstaat. Darauf sind wir stolz.

10:37

N. machte Angaben zu Manhal

Wonach sich dieser schon vor der finalen Bestellung von Bürgermeister L. als Leiter von Braunau eingesetzt habe. Diese Aussage traf sie in der Vergangenheit. Heute kann sie sich daran nicht mehr genau erinnern.

“Konnten Sie sich damals besser erinnern?” [als Sie die Aussage bezüglich Manhal gemacht habe], fragt die Richterin. N. bejaht das.

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10:35

Wie bewerten Begutachtungskommissionen?

Die Begutachtungskommissionen schätzen BewerberInnen einerseits aufgrund der Bewerbungsunterlagen, andererseits aufgrund dem Faktum ein, dass viele davon “persönlich bekannt” seien.

 

10:29

N. kennt die meisten involvierten Schlüsselpersonen im Verfahren

In der Befragung geht es um N.s Wahrnehmungen in Begutachtungskommissionen im Finanzministerium.

So habe es etwa vor Postenbesetzungen nicht immer ein Hearing gegeben. In der Zentralleitung sei immer ein Bewertungsbogen verwendet worden, der die Eignung der BewerberInnen mit Punkten bewertete.

10:21

Beamte aus dem Finanzministerium N. ist erste Zeugin

Sie wird anfangs dazu befragt, ob sie den Erstangeklagten Siegfried Manhal kennt, was N. bejaht. Aber nur dienstlich. Sie habe auch gewusst, dass Manhal der ÖVP zuzurechnen ist.

Manhal wird vorgeworfen, die Bestellung des ÖVP-Bürgermeisters L. zum Finanzamtchef in Braunau vorangetrieben zu haben.

10:15

Verteidigung beantragt weitere Zeugen

Insgesamt sollen vier weitere Personen als ZeugInnen geladen werden. Zwei davon arbeiten beim Finanzamt-Österreich. Neben der Dienststelle Weinviertel sei auch eine Person von der Dienststelle Baden-Mögling als Zeuge zu laden, so der Anwalt von Wöginger, Michael Rohregger.

Brisanter Hintergrund: Das Finanzamt Baden-Mödling spielt auch eine Schlüsselrolle in der am Donnerstag erfolgten Anklage gegen Unternehmer Sigi Wolf.

10:10

Wöginger schießt sich auf Thomas Schmid ein

Bevor die heutigen Zeugenbefragungen stattfinden, legt ÖVP-Politiker August Wöginger ein Statement ab. Darin versucht er, Kronzeuge Thomas Schmid zu belasten und dessen Rolle bei den Bestellungsprozessen der Finanzämter Freistadt und Braunau hervorzuheben.

Laut Wöginger hätte Schmid “seine ganz eigenen Pläne” durchsetzen wollen und ÖVP-Bürgermeister L. zum Leiter des Finanzamts Freistadt machen wollen. Das sei laut Wöginger passiert, bevor dieser in den Bewerbungsprozess für das Finanzamt Braunau involviert gewesen sei.

Sollte L. Wöginger bei einem Sommerfest von seinen Berufswünschen wonach der das Finanzamt Braunau leiten wollte, erzählt haben, war das “höchstens Smalltalk”.

Immer wieder betont der ÖVP-Politiker, dass Schmid aufgeregt war, dass L. den Posten in Freistadt nicht bekomen habe. Er habe dann sogar versucht, den Leiter in Freistadt zum Rücktritt zu bewegen, damit L. den Posten doch noch übernehmen konnte. Beim Finanzamt Braunau habe Schmid “seine Pläne nur zu Ende gebracht.”

Diese Hintergründe habe Wöginger bis vor zwei Wochen noch nicht gekannt, gibt er an. Erst der Prozess habe das ans Licht gebracht.

wöginger im gericht

10:03 - Peter Pilz

WIR HABEN GEWONNEN! Richterin hebt generelles Ticker-Verbot auf

Die Richterin hat das generelle Ticker-Verbot aufgegeben. Das ist ein großer Erfolg, auch für uns.

Unsere Ankündigung, heute auf jeden Fall zu tickern, hat zum Umdenken geführt.

Ich halte die Entscheidung der Richterin für klug. Sie hat aus dem Fehler gelernt und ihn heute korrigiert.

Dafür gebührt ihr Respekt.

Ab jetzt übernimmt meine Redaktion das Tickern.

09:48 - Peter Pilz

Der Fehler der Richterin

Gerade ist das Verfahren eröffnet worden.

Mit ihrem Live-Ticker-Verbot für den gesamten Prozess hat die Richterin einen Fehler gemacht. Der OGH hält das Verbot von Tickern im Gerichtsaal nur in Ausnahmefällen für zulässig.

Die Richterin müsste im Einzelfall abwägen und erklären, warum sie bei einer bestimmten Aussage ein Verbot ausspricht. Das hat sie verabsäumt.

Ich hoffe, dass sie ihren Fehler korrigiert.

09:41 - Peter Pilz

vernünftige Lösung

Bis jetzt hat Richterin Melanie Halbig den Wöginger-Prozess gut geleitet. Sie ist faktensicher und kompetent. Hätte sie die beiden Fehler mit Diversion und Live-Ticker-Verbot nicht gemacht, gäbe es keinen Grund für Kritik.

Heute wäre sie gut beraten, gleich am Anfang festzustellen, dass durch das schnelle Bekanntwerden der heutigen Zeugenaussagen niemand der künftigen Zeugen beeinflusst werden kann. Mit dieser Begründung könnte sie das Live-Tickern heute problemlos akzeptieren.

09:37 - Peter Pilz

Standard und APA tickern auch

Standard und APA werden jetzt auch live tickern. Damit sind wie bereits zu dritt und ein starkes Lebenszeichen gegen Zensur und für Pressefreiheit.

09:35 - Peter Pilz

Scharf-Anwalt beantragt Ende des Tickerverbots

Rechtsanwalt Wolfgang Mayrhofer vertritt im Wöginger-Prozess das Opfer, Christa Scharf. Er will heute gleich zu Beginn beantragen, dass Live-Ticker zugelassen werden.

Das ist sehr gut.

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09:15 - Peter Pilz

Live-Ticker ist Pressefreiheit!

Darf ich heute hier im Linzer Gerichtssaal aus dem Wöginger-Prozess live tickern?

Unsere Verfassung garantiert, dass die Gerichtsverhandlung öffentlich ist und sagt damit JA.

Die Europäische Menschrechtskonvention begründet in Artikel 10 die Presse3freiheit und sagt damit auch JA.

Der Oberste Gerichtshof lässt ein Verbot nur im Einzelfall nach klarer Abwägung zu – und sagt damit als Dritter JA.

Der Einzelfall – das ist laut Verfassungsjuristen jede einzelne Zeugenaussage. Die Richterin hat bei jedem Zeugen abzuwägen. Falls sie beschließt, für eine Zeugenaussage den Live-Ticker auszuschließen, hat sie das zu begründen.

Beim ersten Mal hat sie das nicht getan. Wahrscheinlich war das bereits ein Verfahrensfehler. Ich hoffe, dass der Fehler heute nicht wiederholt wird.

Wird die Richterin heute Verfassung, EMRK und OGH folgen – oder ein zweites Mal die Pressefreiheit einschränken?

Ich bin gespannt. Und berichte live.





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