Samstag, Januar 31, 2026

Wende bei Pilnacek: Smartwatch an Staatsanwaltschaft

Exklusiv: Christian Pilnaceks Witwe Caroline List zeigte sich bereit, die Smartwatch an die Behörden zu übergeben. Laut einem Aktenvermerk könnte das Gerät bereits vor wenigen Tagen ausgehändigt worden sein.

Lange war nicht klar, was genau aus ihr wurde und ob sie überhaupt noch existiert – nun dürfte die Pilnacek-Smartwatch offenbar ihren Weg zurück zu den Behörden finden.

Laut einem Aktenvermerk der Staatsanwaltschaft Eisenstadt (sie ist mit der Prüfung einer Wiederaufnahme der Ermittlungen beauftragt) wandte sich Christian Pilnaceks Witwe Caroline List vergangenen Montag selbst an die Behörde und zeigte sich zu einer Übergabe der Smartwatch bereit.

“Zur Wahrheitsfindung”

“Präsidentin des LG, Mag List Caroline ruft mich an und teilt mir mit, nach Rücksprache mit ihrem Anwalt gerne für eine kurzfristige Überlassung der Smartwatch am Freitag, 23.01.2026 zur Verfügung zu stehen und einen Beitrag zur Wahrheitsfindung leisten zu wollen”, heißt es im Vermerk der Eisenstädter Staatsanwältin vom 19. Jänner, den ZackZack einsehen konnte.

Möglich ist also, dass das Gerät bereits ausgehändigt wurde; ein Termin dafür war jedenfalls für vergangenen Freitag avisiert. Konkret soll die Uhr laut Vermerk jenem IT-Experten übergeben werden, der mit seinen Berichten zur Smartwatch bereits für viel Aufsehen gesorgt hatte. Für diesen sei „eine Übernahme am Freitag zeitlich und technisch möglich“, so die Staatsanwältin. ZackZack fragte bei der Behörde in Eisenstadt nach, ob die Übergabe tatsächlich erfolgt ist; eine Antwort ist ausständig und wird ergänzt.

Gesundheitsdaten nur mit Originalgerät

Der IT-Experte war im Gegensatz zum Bundeskriminalamt (BK) jedenfalls schon mithilfe einer Sicherungskopie auf eine Vielzahl relevanter Daten gestoßen. Zur Auswertung vorhandener Gesundheitsdaten hielt der Techniker aber fest: “Eventuell könnte mit einer neueren Version der verwendeten Software das Schlüsselmaterial extrahiert werden. Dazu ist allerdings eine erneute Sicherung des Originalbeweismittels notwendig.” Mit Lists Bereitschaft zur Aushändigung dürfte also ein wichtiger Schritt Richtung Aufklärung erfolgt sein.

Das Gerät selbst war der Witwe nach Ende der Ermittlungen des LKA Niederösterreich Anfang 2024 übergeben worden. Alsbald soll es laut Vermerk auch wieder retourniert werden: “Geplant ist, soweit technisch möglich, die Übergabe möglichst kurz zu halten und Rückausfolgung werde so zeitnah als möglich erfolgen, was ich ihr mitteile. Sie gibt an, dass dies auch in ihrem Sinn sei.”


Autor

  • Thomas Hoisl

    Ist seit April 2024 bei ZackZack. Arbeitete zuvor u.a. für "profil". Widmet sich oft Sicherheitsthemen oder Korruptionsfällen.

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