Ausländische Eier für unsere Leut: Die FPÖ verteilt im Burgenland polnische Ostereier statt heimischer Ware. Damit konfrontiert gibt die Partei “Schwarz-Grün” die Schuld.
Beim Thema Eier ist die FPÖ empfindlich. “Käfigeier sind nicht zu dulden”, polterte der freiheitliche Tiroler Landwirtschaftssprecher Andreas Gang vor wenigen Wochen und kritisierte, dass ukrainische Ware den heimischen Markt gefährdet: “Wenn Produkte aus Drittstaaten zunehmend auf den europäischen Markt gelangen – sei es bei Eiern, Geflügel oder auch bei landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Weizen, dann geraten unsere landwirtschaftlichen Betriebe in Tirol zunehmend unter Druck.”
Nach außen hin halten die Blauen die heimische Landwirtschaft hoch und setzen auf Eier-Patriotismus. Eine aktuelle Aktion der FPÖ Burgenland konterkariert diese Linie allerdings.
Auf der Plattform X hat der User “derChristoph” das Bild eines blauen Ostereis gepostet und dazu bemerkt: “Die FPÖ verteilt im Burgenländischen Landtag Eier. Schön und gut. Dass die Patriotenpartei allerdings nicht die heimische Landwirtschaft unterstützt, sondern Eier aus Polen kauft, das zeigt halt wieder einmal mehr auf, dass die Heimatpartei nur für Symbolik gut ist.”
Tatsächlich zeigt der auf dem Ei gut erkennbare Ländercode “PL”, dass es sich augenscheinlich um polnische Ware handelt – ausländische Eier für “unsere Leut” also.
FPÖ: Schwarz-Grün ist schuld!
ZackZack fragte bei der FPÖ Burgenland nach, wie das Verteilen polnischer Produkte statt heimischer Ware mit der Parteilinie zusammenpasse; wie viel billiger diese war, woher sie genau stammt und unter welchen Bedingungen die blauen Eier produziert wurden.
Mit einer interessanten Stellungnahme reagiert die FPÖ – Schuld daran, dass die Freiheitlichen polnische Eier unters Volk brachten, hätte demnach die schwarz-grüne Regierung. “Der Vorwurf, der FPÖ- Landtagsklub habe bewusst Billigeier aus Polen gekauft, ist schlicht falsch”, heißt es im Statement. “Wir haben die Eier ganz bewusst bei einem relativ kleinen Familienbetrieb im Bezirk Oberwart gekauft, weil wir von regionaler Ware ausgegangen sind. Dieser Betrieb musste wegen der Bestellmenge bei einem größeren Betrieb im Bezirk Oberpullendorf zukaufen. Dass dort wiederum Eier aus Polen bezogen wurden, war weder dem FPÖ-Landtagsklub noch dem Familienbetrieb aus dem Südburgenland bekannt.“
Die Partei macht nun Vorgängerregierungen dafür verantwortlich, dass es keine “ehrliche Herkunftskenntzeichnung” gebe. “Wer auf die Polen-Eier zeigt, zeigt in Wahrheit auf das Versagen der ehemaligen schwarz-grünen Regierung.“
Dass der Herkunftscode auf den Eiern eigentlich recht klar erkennbar ist, bleibt dabei unerwähnt.
Titelbild: Glanzl/ZackZack/Canva


