Mittwoch, Februar 18, 2026

Gerichtspräsidentin List zu Pilnacek-Laptop: „Weil das ist gefährlich“

Kurz nach Pilnaceks Tod am 20. Oktober 2023 fand ein Telefonat zwischen Sobotka-Mitarbeiterin Anna P. und Gerichtspräsidentin Caroline List statt. ZackZack hat das Transkript.

Karin Wurm erinnerte sich bei ihrer WKStA-Einvernahme: „List hat P. dann auch angerufen wegen dem Laptop. Diese hat das Gespräch aufgezeichnet und mir vorgespielt.“

Anna P. bestätigte das am 23. Mai 2025 in einer Vernehmung: „Es entspricht der Wahrheit, dass ich das genannte Telefonat mit Mag. List aufgezeichnet habe und es stimmt auch, dass ich es Karin vorgespielt habe. Das habe ich nur gemacht, weil es nicht um mich ging, sondern Karin betroffen war. Das Gespräch habe ich danach von meinem Handy gelöscht.“

Ein Detail wurde nicht erwähnt: Anna P. hatte eine Kopie der Aufzeichnung an einen Bekannten versandt. Davon wurde ein Transkript angefertigt und einem Rechtsanwalt zur Verfügung gestellt.

Das Transkript

Das ist das Transkript des Telefonats:

Anna P.: Ja Grüß Gott Frau Magister, Anna P. spricht.

List: Grüß Gott. Frau P. – mehrere Anliegen. Ich möchte Sie treffen, möglichst bald. Ich weiß nicht, ob Sie am Wochenende zu Hause sind oder in Wien, da wäre ich in Wien, am Sonntag.

Anna P.: Sonntag wäre ideal, da bin ich in Mödling, da könnten wir uns treffen.

List: Geht für Sie das Cafe Europa am Graben?

Anna P.: Ja.

(…)

Fangen Sie das ein

List:  Das ist das Wichtigste: dass Sie der Frau Wurm sagen, dass sie auf der Stelle aufhören soll herumzuerzählen, (…) die Geschichten mit ´sie wurden überwacht´ und ´sie brauchten den Herrn Präsidenten Sobotka´ und so weiter, also, das geht alles in Wien um, fangen Sie das bitte ein. Das ist für die Familie unerträglich.

(…)

Das, was ich mit Ihnen zu besprechen habe, das handeln wir beide ab. Da geht es insbesondere um die Sachen, die ihm gehören und insbesondere darum, dass Sie der Frau Wurm sagen, dass sie aufhören soll, herumzureden.

Anna P.: Ja, werde ich sagen.

Weil das ist gefährlich

List:  Und dann ist noch eine Sache, die mir ganz besonders wichtig ist: Seine Aktentasche ist weg. Und da ist der Computer drinnen und alles, was er in den letzten drei Jahren gearbeitet hat. Und ich weiß nicht, ob sie bei ihr ist. Ich brauche diese Aktentasche. Das macht mir große Sorgen, dass die nicht auffindbar ist. Sie ist nicht im Auto, sie ist nicht in der Wohnung. Wenn sie nicht bei ihr ist, dann muss ich Nachforschungen anstellen, wo sie ist, weil das ist gefährlich.

Anna P.: Ja, keine Ahnung.

List:  Fragen Sie sie einfach. Sie hat nur das Handy und die Schlüssel und den Autoschlüssel übergeben, obwohl viel mehr Sachen von ihm dort sind, das können wir irgendwie abwickeln, dass ich das abhole oder wenn wir uns irgendwo treffen. Aber das Wichtigste ist unter all diesen Dingen die Aktentasche. Wenn die Aktentasche nicht bei ihr ist, müssen wir überlegen, wo sie sein könnte. Das Auto ist drei Tage lang auf diesem Parkplatz unbeaufsichtigt gestanden. Sie müssten, wenn die Aktentasche im Auto war, dann müssten Sie als die, die ihn abgeholt hat, wissen, ob er sie mitgehabt hat. Wenn er sie nicht mitgehabt hat, dann ist die letzte Möglichkeit, dass sie noch irgendwo ist und nicht in fremde Hände geraten ist, die Frau Wurm.

Anna P.: Ja, ich frag sie. Ich kann mich nicht mehr erinnern, was er in der Hand hatte. Ich war müde, verschlafen, keine Ahnung. Ich hab auf das nicht geachtet. Na, mach ich, Frau List.

List:  Gut. Wir treffen uns am Sonntag um 15 Uhr am Graben. Danke vielmals. Auf Wiederhören.

Zu dem Treffen kam es nicht. Inzwischen weiß auch Caroline List, dass ihr Anna P. nicht die Wahrheit gesagt hat.

Sechs Fragen an List

Gestern richtete ZackZack sechs Fragen an Caroline List:

  1. Was an der Aktentasche bzw. dem Laptop war „gefährlich“?
  2. Für wen war es gefährlich?
  3. Haben Sie dazu Nachforschungen angestellt?
  4. Hat Ihnen bei diesen Nachforschungen Chefinspektor Fellner vom Landeskriminalamt Niederösterreich geholfen?
  5. Was waren die Ergebnisse Ihrer Nachforschungen?
  6. Haben Sie die ermittelnde StA Krems über die Gefährlichkeit von Aktentasche bzw. Laptop informiert?

Bis Redaktionsschluss gab es keine Antwort aus Graz.

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