Mittwoch, März 18, 2026

Von Washington bis Wien: Löcher im Himmel

Im Krieg gegen den Iran fehlt immer mehr, von einer Strategie bis zu Raketen. In Wien wartet der Trumpling, wie Trump das übersteht.

Patriot-Abwehrraketen sind das Beste, was die USA zu bieten haben. Egal, ob Drohne oder ballistische Rakete, sie holen alles vom Himmel über Israel und den Golfstaaten und ab und zu auch über der Ukraine.

800 Patriot-Raketen sind im laufenden Krieg gegen den Iran allein von den Golfstaaten verschossen worden. Etwa ebenso viele haben die USA und Israel verbraucht. 600 Stück beträgt die Jahresproduktion. Lockheed-Martin kommt mit dem Liefern nicht mehr nach.

Löcher im Himmel

Damit drohen erste große Löcher im Schutzhimmel über Israel, Katar, Dubai und Saudi Arabien. In Teheran weiß man das. Dort hat das Regime früh auf billige Drohnen gesetzt und sieht zu, wie mit 2 Millionen Dollar teuren Patriots den USA und Israel Rakete für Rakete die Luft ausgeht.

Das alles war so nicht geplant, weil offensichtlich kaum etwas geplant war. Der Präsident hat nur auf den großen Knopf gedrückt und wundert sich wahrscheinlich, was plötzlich alles passiert.

Augen geschlossen

17 Männer und zwei Frauen stehen im Halbkreis um den Präsidenten. Wer nahe genug ist, berührt ihn. Die anderen halten ihre Hände in seine Richtung. Alle halten die Augen geschlossen, auch Trump, der als Einziger sitzt und sich anbeten lässt.

So stärkt man sich mit religiösen Extremisten, wenn man vom Weißen Haus aus einen Krieg nach dem anderen beginnt.

Gotteskrieger

Trump, Hegseth und Vance wirken ebenso verrückt wie die Prediger, die sie umgeben. Ohne klare Kriegsziele, ohne Strategie und ohne Verbündete befiehlt der Präsident den Angriff. Ist die größte Kriegsmacht der Welt in die Hände von Irren geraten? Oder haben Trump und seine Krieger einen Plan?

Trumps Kriege folgen einem Muster, das Pete Hegseth, der sich inzwischen Kriegsminister nennt, vorgibt: „Wir sind keine Verteidiger mehr. Wir sind Krieger, ausgebildet, um den Feind zu töten und seinen Willen zu brechen. Die Geschichte schaut zu. Seid die Kraft, zu der ihr euch durch euren Eid verpflichtet habt – konzentriert, diszipliniert, tödlich und unzerbrechlich.“

Wenn man Propagandalügen wie „Wir schützen Amerika vor einem Angriff des Iran“ oder „Wir zerstören die Atomanlagen, die wir vor acht Monaten völlig zerstört haben, noch einmal“ beiseitelässt, bleibt ein Kriegsziel erkennbar: Trump greift von Venezuela bis Iran dort an, wo es um Öl geht.

Jetzt lernen Trump und Hegseth, dass der Iran kein zweites Venezuela ist. Dort konnte man mit der zweiten Linie des Regimes einen Deal machen: Ihr gebt uns den unbelehrbaren Maduro und euer Öl, und wir lassen euch die ganze Macht und ein Stück vom Ölkuchen. In einem korrupten Staat wie Venezuela scheint das zu funktionieren.

Die venezolanische Demokratiebewegung war wohl Teil des Deals. Ihre Anführerin durfte ihren Friedennobelpreis abliefern. Dann wurde sie nicht mehr gebraucht, weil es nie um Regimewechsel und immer nur ums Geschäft ging.

Der Iran ist anders. Hier kämpft ein großer Staat um die Vorherrschaft in der Region. An seiner Spitze stehen hasserfüllte Glaubenskrieger, die nur etwas andere Anzüge als ihre betenden Geistesbrüder rund um Trump tragen. Mit ihnen kommt man deutlich schwerer ins Geschäft.

Trump-Gier

Was treibt den US-Präsidenten? Trump ist die personifizierte Gier nach allem, was Staat und Epstein bieten. Er will alles, weil er es allen zeigen will und überzeugt ist, dass es nur zwei Wege gibt, alles zu bekommen: Geld und Gewalt. Vom Trump-Hotelstrand in Palästina bis zum Monster-Ballsaal beim Weißen Haus will er alles markieren. Wenn er dazu sein Präsidentenbein hebt, kracht es.

Wie lange geht das? Trump bricht seine Versprechen, vom Ende der Kriege in der Welt bis zum neuen Reichtum in den USA. Trotzdem halten viele unbeirrt zu ihm. Für sie ist er „ihr Trump“, der es dem alten System zeigt. Dafür nehmen seine Anhänger inzwischen fast alles in Kauf.

Das ist Trumps politisches Kapital und das Ansteckende an seiner Präsidentschaft. Meloni, Weidel, Le Pen und Kickl sehen, was alles geht, wenn man Geld und soziale Medien hat. Putin, Orbán, Netanjahu und Erdogan wissen es schon längst.

Was hält sie auf?

Bis zu Trump waren ihre Regimes isolierte Inseln korrupter Herrschaft. Jetzt beginnen sie die Fläche zu decken, auch hier bei uns. Was kann sie aufhalten?

Andreas Babler ist gerade mit mehr als 80 Prozent am Parteitag der SPÖ bestätigt worden. Die Inseraten-Massenmedien, die ihn herunterschreiben, haben diese Runde verloren. Wird Babler die Chance nützen? Haben er und seine Partei einen Plan, wie sie den Trumpling der FPÖ aufhalten können?

Bablers Parteitag hat gezeigt, dass die SPÖ das Wichtigste noch immer nicht verstanden hat: Weltweit geht es längst um den Übergang vom fossilen ins solare Zeitalter. Trumps Ölkriege sind vielleicht die letzten, die noch geführt werden. Sie dienen nicht mehr der Vorherrschaft der USA, sondern nur noch der Gier ihres Präsidenten.

Die SPÖ könnte die Partei sein, die das versteht und gemeinsam mit den Grünen und Teilen der Neos alles für eine solare und soziale Wende vorbereitet. Aber dazu scheint sie nicht in der Lage.

Trotzdem hat Kickl noch nicht gewonnen, Trump ist noch lange nicht in Sicherheit, und Orbán kann schon demnächst abgewählt werden. Von Budapest bis Washington ist noch alles möglich.

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ZackZack-Shop
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