Sonntag, März 22, 2026

Pause

Keine Nachrichten. Kein Google. Ein zweiwöchiger Rückzug steht bevor.

Seit gestern Freitag, 20. März 2026, versuche ich wieder, was ich mehrmals im Jahr mache: Ich lese, höre, und schaue keine Nachrichten. Wahrscheinlich hat das Ganze einen Namen – irgendwas mit Detox hintendran? Es ist auch egal, wie es heißt. Wichtig ist, dass ich es durchhalte (was nicht immer gelingt).

Ich möchte die Zeit anders nutzen. Besser nutzen. Ich habe eine Menge an Texten zu schreiben, die ich vertraglich zugesagt habe. Beim Schreiben möchte ich konzentriert arbeiten, mich in einem Text gut bewegen können, was besser gelingt, wenn mich für mehrere Tage nur ein Text beschäftigt.

Nicht sehr neu

Dazu kommt, dass mir die Neuigkeiten zurzeit nicht sehr neu vorkommen. Was wir vom Krieg im Iran erfahren ist dürftig. Dass die USA nach dem rhetorischen Ausweg aus dem jetzigen Krieg suchen, ist evident. Meine Position als radikaler Friedensbefürworter wird ja immer als naiv dargestellt. Wenn ich mir aber Afghanistan, Irak, Libyen, den Jemen und andere Länder heute anschaue, frage ich mich allerdings, ob die radikale Kriegspolitik nicht viel naiver ist.

Die westeuropäischen Pro-Putin-Parteien (das sind in Österreich und Deutschland AfD und FPÖ, sowie mindestens die Hälfte der konservativen Parteien CDU und ÖVP), sind ja auch Pro-Trump-Parteien. Das ist nur ein weiteres Thema, bei dem die in Wahrheit rechtsextremen Parteien zeigen, dass sie gar keine Haltung haben, sondern sich nur autoritären Herrschern und ihren Oligarchen unterwerfen, weil sie von ihnen Geld erwarten oder schon bekommen. Es ist die feigste aller Feigheiten und sie hat mit Politik nichts zu tun.

Mit der Hand schreiben

Und dann habe ich nun mit den Causae Weißmann und Wöginger beobachtet, dass die türkisen Vollstrecker offensichtlich selbstverschuldet ihren Abstieg hervorgerufen haben. Deshalb ist Sebastian Kurz jetzt wieder mit nichtssagenden Interviews in allen Medien zu sehen und zu lesen. Beiträge nach dem Motto: Wir haben zwar nichts über die Weltlage zu berichten, aber wir haben Sebastian Kurz zum Gurkenanbau in den Vereinigten Arabischen Emiraten befragt. Dass Kurz, der sonst immer etwas zu Fluchtbewegungen zu sagen hat, nicht kommentiert, dass seine Freunde Trump und Netanjahu täglich zehntausende Menschen zu Flüchtlingen machen, ist ja ebenfalls klar.

Also, weg mit dem Schmafu und her mit was Ordentlichem. Ich arbeite zwar natürlich viel am Computer, aber ich schreibe täglich mit der Füllfeder in kleine Hefte Exzerpte aus verschiedensten Büchern und Magazinen, die ich lese (das ist wohl die ökologischste und ökonomischste Arbeitsweise). Falls Sie sich also fragen, wie ich denn die nächsten beiden Randnotizen bestreite: Ich habe die Bücher, die dort zitiert werden schon gelesen. Leider versäume ich die Präsentation von Peter Pilz‘ zweitem Pilnacek-Buch. Ich werde es aber bald lesen und ich bin mir sicher, dass auch dieses Buch wieder vieles aufdecken und dadurch viele Menschen stören wird.

No Google

Eine weitere Challenge innerhalb meiner Kur ist übrigens, in dieser Zeit kein einziges Google-Produkt zu benutzen. Das hat mich immer schon interessiert: Die Frage, ob ein Leben ohne Google möglich ist und wie es aussieht.

Es haben diese zwei Wochen übrigens nichts mit Ostern zu tun, da ich nicht religiös bin. Es ist nur so, dass Ostern dieses Jahr ganz schlecht fällt. Ich wünsche allen Leserinnen und Lesern hier einen schönen Frühlingsbeginn.


Titelbild: Miriam Moné

Autor

  • Daniel Wisser

    Daniel Wisser ist preisgekrönter Autor von Romanen und Kurzgeschichten. Scharf und genau beschreibt er, wie ein Land das Gleichgewicht verliert.

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